Ich muss gestehen, dass mich der schweizerische Hang zur Sauberkeit immer etwas eingeschüchtert hat. Es begann nicht lange nach meiner Ankunft in der Schweiz, als ich – damals gerade neu Mutter geworden – von einer Frau zum Kaffee eingeladen wurde, die im gleichen Spital wie ich von ihrem Baby entbunden worden war.
Ich sass in einer Küche, die eher als Ort für offene Herzchirurgie geeignet schien als für eine gemütliche Plauderei über Säuglingsnahrung und Windelausschlag. Die Oberflächen glänzten, der Boden war makellos, und selbst die Babys waren quiekend sauber, ausser meinem, das bloss quiekte.
Heute, einige Jahre später, habe ich mich an schweizerische Hygienebegriffe gew ...