Jordanien, Tunesien, Marokko, Istanbul – Wie ein Lauffeuer, getrieben von einer Hasswelle über die Besetzung des Iraks, schien das islamistische Inferno in den letzten Monaten auf Kerneuropa zuzusteuern. «Sie sind angekommen», lautet denn auch eine viel gelesene Schlagzeile nach dem Blutbad von Madrid vergangene Woche. Die Wahrnehmung stimmt und ist trotzdem falsch. Die Islamisten sind nicht auf dem Vormarsch. Sie sind schon in Europa – mitten unter uns.
Seit Jahren stehen die europäischen Sicherheitsdienste in erhöhter Wachsamkeit, mit steigender Kadenz wurden Anschläge vereitelt: Ende des Jahres 2000 konnte eine länderübergreifende Polizeiaktion einen Anschlag auf den Strassbur ...