Es gibt kein grösseres Rätsel als die Schönheit. Und es gibt nichts Erotischeres als ein Rätsel. Beides zusammen ergibt zuweilen eine Sensation. Von einer Sensation ahnte Mary Eagle jedoch nichts, als sie 1965 nach London fuhr. Im Jahr zuvor hatte sie ihren lukrativen Posten als Direktorin der Birmingham Museums and Art Gallery aufgegeben, um die Kunstsammlung der National Gallery of Victoria (NGV) zu betreuen. Die Arbeit lag ihr: Immer wieder stöberte sie hochwertige Gemälde zu guten Preisen auf. In London standen gerade Werke aus der Kunstsammlung des 1947 verstorbenen Earl of Harewood VI zum Verkauf. Hier wollte sie sich nach europäischen Positionen für die NGV-Sammlung umsehen.
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