Nicht alle Weine werden mit dem Alter besser. Nicht immer ist in der Kunst Reife mit Vollendung gleichzusetzen – einmal abgesehen davon, dass «Vollendung» nur ein künstlerisches Ideal unter anderen ist und z. B. für viele Formen von Jazz-Expression wenig taugt. Da zählt, in aller Regel, Spontaneität mehr als Abgeklärtheit. Aber es gibt schon ein paar, die mit zunehmendem Alter immer besser werden. Da ist man dann schnell bereit, zum Klischee des alten Weins zu greifen oder den Status eines «Klassikers» auszurufen.
Auch ich habe Franco Ambrosetti (Jahrgang 1941) damit schon Unrecht getan. Zwar stimmt, dass das Spiel des Tessiner Trompeters mit zunehmendem Alter immer dichter klin ...