Den 32. Geburtstag hat er zwar hinter sich, aber Evgeny Kissin sieht immer noch aus wie vor zwanzig Jahren. Damals betrat er die Klavierszene als viel bestauntes Wunderkind. Ein Status, den er eigentlich nie abgelegt hat. Er verblüfft durch die Unbefangenheit, mit der er sich an den Flügel setzt. Er besticht durch die Sicherheit, mit der er heikelste Anforderungen meistert. Und er überrascht durch das souveräne Eindringen in komplexe musikalische Vorlagen. In der deutschen Romantik ist er ebenso daheim wie in der schwärmerischen Sphäre eines Chopin oder in den emotionalen Exzessen slawischer Tonschöpfer. Evgeny Kissin bleibt ein Phänomen.
Kissin gehört zu den Musikern, die man insti ...