Gratuliert man Irène Kälin, 30, zu ihrem Karriereschritt, geht sie erst einmal in Deckung. Sie weicht leicht mit dem Öberkörper zurück, presst die Lippen aufeinander und stellt ihr rechtes Auge scharf. Dann atmet sie aus – und bringt doch noch ein verhaltenes Lächeln hervor. «Na ja, die Umstände hätte ich mir schon anders gewünscht.»
Die Umstände, sie sind bekannt: Der grüne Aargauer Nationalrat Jonas Fricker, 40, stolperte jüngst über seinen kopflosen Vergleich von Massentierhaltung und Holocaust. Er trat zurück. Grossrätin Kälin wird ihn zur Wintersession im Nationalrat ersetzen. Sie wird dann noch Studentin sein, Masterstudentin der Religionswissenschaft, und dieser Bi ...