«Lieber Herr Doktor», schrieb Ernst Ludwig Kirchner am 7. Oktober 1934 an seinen Arzt Frédéric Bauer. «Ich wollte Sie bitten, mir für die Reise doch noch ein R über 3 oder besser 4 Schachteln zu senden. [...] Die augenblickliche Kälte macht mir zu schaffen.» Mit R war ein Rezept gemeint, und in den Schachteln, um die der Künstler seinen Arzt zwischen 1932 und 1938 regelmässig und immer eindringlicher bittet, befindet sich das morphinhaltige Eukodal. Ernst Ludwig Kirchner war ein Junkie. Seine Abhängigkeit wurde mit dem Briefwechsel zwischen dem Künstler und seinem Arzt nun öffentlich.
Es ist der Leitung des Davoser Kirchner- Museums hoch anzurechnen, dass sie Kirchners Suchtge ...