Ein wagemutiges, wenn nicht gar kühnes Unterfangen, das der Herausgeber Werner Morlang sich mit diesem Band zugetraut hat: Splitter vom Lebensbaum eines Schriftstellers zusammenzufügen, der selber eine berühmt gewordene dreibändige Autobiografie vorgelegt hat (und über den soeben Sven Hanuscher eine umfangreiche Biografie beim Hanser-Verlag publiziert hat). Wenn das Kompendium «Canetti in Zürich» gleichwohl gelungen ist, hängt das mit der Methode zusammen, die der hartnäckig nachfragende Herausgeber gewählt hat.
Morlang hat, ziemlich raffiniert, eine Art Spiegelkabinett konstruiert. Da sieht die Figur mal fadendünn, mal aufgedunsen riesig aus, hat mal einen schmalen Kopf mit mäc ...