Thelonious Monk ist der grosse Einzelne im Jazz. Er war nicht originell, sondern original. Seine Musik ist Essenz pur, Konzentration, reines Destillat («Straight, No Chaser»). Sie war improvisiert, aber so lang ausgetragen in diesem grossen queren Kopf, dass sie in die Tasten fuhr als eine Sturzgeburt, wie alle Konvention erschütternde Offenbarung.
Monk war ein grosser Schweiger. All seine skurrilen Scherze, die Tänze um den Flügel, die bizarren Hüte, mit denen er sich drapierte, die Provokationen, hinter denen er sich verschanzte, waren Rituale und Masken eines Existenzial-Clowns – sein Humor war nicht der von, sagen wir: Armstrong, sondern der von Beckett. Er schuf ein Wer ...