Die islamistische Bewegung ist dem Tod geweiht, ihr blutiger Terror bloss ein Schwanengesang – schrieben Sie vor drei Jahren in dem Standardwerk «Schwarzbuch des Dschihad». Professor Kepel, ist es nicht Zeit, dass sie Ihre gewagte These revidieren?Ich bleibe bei meiner Analyse. Der 11. September 2001 war nicht der Auftakt zu einem Kampf der Kulturen, sondern die Bankrotterklärung des Islamismus. Die Ideologie, die nach dem Sechstagekrieg 1967 auf den Trümmern des arabischen Nationalismus entstand, erreichte ihren Höhepunkt mit der iranischen Revolution 1979 und verlor in den neunziger Jahren an Strahlkraft. Die apokalyptische Attacke auf das World Trade Center sollte den Niedergang st ...