Am Wochenende sind am Neumarkt-Theater die «Zürcher Prozesse» gegen die Weltwoche zu Ende gegangen. Der Schweizer Regisseur Milo Rau hatte versucht, diese Zeitung im Rahmen seines Reality-Theaters in die Nähe krimineller Handlungen zu rücken. Es kam zu einem klaren, wenn auch bedeutungslosen «Freispruch». Bedeutungslos deshalb, weil die Übung darauf angelegt war, die Weltwoche möglichst nachhaltig anzuprangern. Anders als im richtigen Leben war das abschliessende Urteil Nebensache.
Der Schreibende nahm an der Inszenierung bewusst nicht teil. Mit Verlaub: Der echte Chefredaktor kann sich nicht vor ein unechtes Gericht stellen. Die Ausgangslage stimmte nicht. Man steht als Angekla ...