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Der Pygmalion-Effekt
Publius Ovidius Naso: Metamorphosen. Lateinisch/Deutsch, herausgegeben und übersetzt von Niklas Holzberg. De Gruyter. 895 S., Fr. 103.–
Pygmalion lebte als Bildhauer auf der Insel Zypern. Frauen, die ihr Leben in Unzucht verbrachten, stiessen ihn derart ab, dass er beschloss, sein Leben ehelos zu verbringen. Später arbeitete er an einem elfenbeinernen Standbild, das ihm so lebensecht gelang, dass er sich in sein eigenes Werk verliebte. Seine Kunst war dermassen vortrefflich, dass ihr Kunstcharakter verschwand und man glauben konnte, das künstliche Gebilde atme Leben. Er gab seiner Schöpfung Küsse, umfing sie, sprach sie an und brachte ihr Geschenke, wie Mädchen sie lieben. Unter dem Wirken der Venus, die er darum bat, ihm eine Gattin zu geben, die seiner elfenbeinernen ähnlich sei, belebte sich der elfenbe ...

