Über einen «Wahltag für die Geschichts-Bücher» jubelte der Blick. Und auch in den anderen Medien strichen die Kommentatoren die historische Bedeutung der Nationalratswahlen vom 23. Oktober 2011 heraus: Das Wahlvolk pflügte angeblich die Parteienlandschaft um, strafte die bestandenen Kräfte ab und bildete mit zwei aufstrebenden Neulingen eine «neue Mitte».
Tatsächlich gab es geschichtsträchtige Entwicklungen zu vermerken. Der Niedergang der beiden bürgerlichen Parteien, die bis vor einem Vierteljahrhundert das Bundeshaus mit fast der Hälfte der Nationalräte beherrschten, setzte sich fort: Die Freisinnigen, in der Romandie inzwischen zusammen mit den Liberalen, büssten gegenü ...