Ein amerikanischer Kritiker verlieh ihm in den Tiefen der siebziger Jahre den Orden, der ihm so gut gefiel, dass er vor zehn Jahren eine seiner CDs danach benannte: «George Gruntz – Renaissance Man». Die Scheibe enthielt so etwas wie einen Querschnitt von seinen Anfängen bis zu seinem siebzigsten Jahr, und der Titel mochte seine Freunde ebenso wundern wie seine Gegner ärgern, nicht anders als derjenige seiner aus gleichem Anlass erschienenen Autobiografie («Als weisser Neger geboren»).
Ein Selbstwertproblematiker war der einflussreichste, international bekannteste, zweifellos vielseitigste Schweizer Jazzmusiker der Geschichte nie. («Nur die Lumpe sind bescheiden», sagt Goethe. ...