Es kommt vor, dass ein Film misslungen ist oder enttäuschend oder gar eine Katastrophe. Er ist dann immer noch besser dran als einer, den das Verdikt «jugendfrei» trifft. Filmkritiker finden es geradezu obszön, wenn ein Regisseur das reale Leben nicht in seiner ganzen Nacktheit und Brutalität einfängt, sondern aus Gründen der Familientauglichkeit den Schongang einlegt. Selbst verbringen diese Menschen, die sich als Anwälte der street credibility aufführen, ihr Leben vorwiegend in abgeschotteten Kinosälen.
In der Vorweihnachtszeit wirkt sich das Etikett «jugendfrei» besonders verheerend aus. Jeder denkt an trübe Sonntagnachmittage vor dem Fernseher, an mildtätig-korrekte Spielf ...