Die «Spiegel-Affäre» dümpelt am Rande des Vergessens. Wer erinnert sich noch an jene Vorgänge im deutschen Herbst 1962, als mit der Attacke der Staatsmacht gegen den Spiegel der Rechtsstaat gefährdet schien?
Alles beginnt, als am 26. Oktober gegen neun Uhr abends drei Dutzend Polizisten die Hamburger Redaktionsräume des Spiegels stürmen, Akten und Recherche-Unterlagen gleich kartonweise beschlagnahmen und mehrere leitende Redaktoren verhaften. Herausgeber Rudolf Augstein, der nicht zugegen ist, stellt sich zwei Tage später freiwillig der Polizei. Und in Spanien wird der stellvertretende Chefredaktor und Militärexperte des Blattes, Conrad Ahlers, mitten im Urlaub verhaftet.
Ahlers, ...