Vor mehr als zehn Jahren sagte Giuseppe Pontiggia, er sei überzeugt, lange zu leben und das Beste von sich noch geben zu können. Er hatte vollkommen Recht, denn «Zwei Leben», Pontiggias jüngster Roman, ist ohne jeden Zweifel sein gelungenster. Und wahrscheinlich auch sein schmerzhaftester, denn er geht von einer schwierigen autobiografischen Erfahrung aus: der Behinderung des eigenen Sohnes. Das Buch ist ein Balanceakt zwischen Erleben, philosophischer Erzählung, Essay und praktischer Anleitung; sein Leitmotiv erscheint in der Überschrift eines der ersten Kapitel: «Was ist normal?»
Pontiggia schildert und reflektiert das Verhältnis zwischen Vater und behindertem Sohn von dessen Geb ...