Der stille Gigant der Energieversorgung
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Der stille Gigant der Energieversorgung

Editorial

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Erdgas ist gerade in den Schlagzeilen, weil die Speicher in Europa zurzeit so niedrige Füllstände erreicht haben wie seit den Marktverwerfungen von 2022 nicht mehr. Dennoch zeigen die Erdgaspreise Entspannung an. Am Markt zählt man darauf, dass die Anbieter irgendwie für die Befriedigung der Nachfrage sorgen – weil Erdgas eben derart wichtig ist für Wirtschaft und Gesellschaft.

Der stille Gigant der Energieversorgung

Erdgas ist ein stiller Gigant der Energieversorgung, in grossen Reserven vorhanden und laut Marktexperten wohl auf lange Sicht günstig. Heiko Lohmann, Autor des jährlichen «Gasreports» der Plattform Energate, erklärt in seinem Artikel, warum Erdgas als Energieträger und Rohstoff für die Industrie, auch für Stromproduktion, noch lange eine wichtige Rolle spielen dürfte, auch durch den Vorteil, deutlich CO2-ärmer zu sein als Kohle (S. 12).

 

Nutzen, ohne es zu verbrennen

Es könnten «paradiesische Zeiten» für Gasanwendungen werden, riefe da nicht die sogenannte Dekarbonisierung nach dem Gasausstieg, vor allem in Europa. Autor Bastien Girod beschreibt es auf zur Story so: «Viele Unternehmen nutzen Erdgas. Es ist zuverlässig, flexibel und günstig. Aber genau diese Selbstverständlichkeit macht Erdgas heute zum Prüfstein der Energiewende.»

Technisch gibt es Wege, die Energie aus Erdgas zu nutzen, ohne dass dabei das CO2 entsteht, das ja beim Verbrennen anfällt: die Methanpyrolyse. Das bedeutet, dass man das aus Wasserstoff (H) und Kohlenstoff bestehende Methanmolekül (= Erdgas), so auseinandernimmt, dass einerseits Wasserstoff (für die Hitzeproduktion) und anderseits Kohlenstoffpulver anfällt. Im Interview erklärt Christian Bach, Forscher an der eidgenössischen Versuchsanstalt Empa, wie das geht, wie weit man in der Praxis ist und wie die Kosten-Nutzen-Verhältnisse aussehen (S. 16). Methan nutzen ohne CO2-Ausstoss – wäre das die Ehrenrettung für das Erdgas? «Es wäre eine Ehrenrettung für das Erdgasnetz», meint Bach, denn langfristig sähe er eher Methan, das nicht fossil, sondern mit Wind oder Sonne erzeugt ist.

Im Heft kommen weitere nichtfossile Alternativen zur Sprache. Autor Martin Schlumpf rechnet aus, ob die Winterstromlücke mit Energie aus Palmöl überbrückbar wäre (S. 22). Pierre Heumann beschreibt ein Modell, in dem Marokko Strom für Europa macht (S. 26). Und der Ökonom Reiner Eichenberger schildert die Suche nach Erdgasablösung aus der Zukunftsoptik: Sein Schluss verblüfft. (S. 35)

Neben dem Giganten Erdgas wird der unauffällige Champion Wald gewürdigt – und die Rolle von CO2 ausgeleuchtet (S. 28).

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