Als er im Winter 1989 in einer U-Bahn-Station vor den Zug stürzte, war Woody Shaw keine 45. Verehrt von Musikern und übersehen vom Publikum, war er ein Trompeter, der dem Hardbop nicht die Glanzlichter eines Lee Morgan oder Freddie Hubbard aufsetzte. Er liebte dunklere Tönungen und komplexere Progressionen als die Showmaster von Funk und Soul. Seine erste Plattenaufnahme machte er 1963 mit Eric Dolphy, und sein Fixstern war John Coltrane, dessen modale Spielweise er auf die Trompete zu übertragen suchte. Kam dazu, dass, als er nach Anfängen bei Blue Note Mitte der siebziger Jahre auf dem Gipfel seiner Kunst anlangte, der Jazz insgesamt eine Nische geworden war, zu intellektuell den eine ...