Zur Versiegelung des Grabes kommen sie alle wieder: die Söhne und Enkel, Nichten und Neffen. Und die adoptierten Töchter. Der Grossvater wurde vor zwei Jahren beerdigt, die Grossmutter im vergangenen Frühjahr. Jetzt wird ihr gemeinsames Grab mit einer Zeremonie symbolisch geschlossen.
Auf dem Vorplatz das alten Hauses zerlegt jemand ein Schwein. Sieben Tanten und Onkel putzen Gemüse und schneiden Ingwer; im Innenhof spülen zwei Frauen Geschirr. Gegen 200 Verwandte werden erwartet. Die Kinder quieken, rasen treppauf, treppab, verschwinden in den Nebenhäusern. Und tauchen im grossen Mittelhof wieder auf, wo ein Schubkarren unter dem verstaubten Porträt des Vorsitzenden Mao Zedong verros ...