Berlin 1902: rasant expandierende Millionenmetropole mit U-Bahn, Autos und monumentalem Königsschloss, Zeitungsdschungel, Operettentempeln, Tingeltangel, Grandhotels. Und gleich hinter den Fassaden des Vergnügens die Mietskasernen mit ihren Hinterhöfen, Kellerwerkstätten, Schornsteinwäldern.
In dieser Kapitale der Gegensätze verteidigt der deutsche Kaiser am 18. Dezember 1902 in seiner berüchtigten «Rinnsteinrede» die alte deutsche Maltradition gegen die französisch geprägte realistische und impressionistische Moderne. Deren Vertreter würden mit ihrer Malerei nur «in den Rinnstein hinuntersteigen» und «das Scheus ...