Die Verwaltung des Orchestre de la Suisse Romande in Genf hat im Herbst 1914 den Ersten Violinisten Louis Soutter wiederholter Undiszipliniertheit wegen entlassen. Bei den Konzerten klammerte sich der hagere Mann aus Morges an seine Cremona-Geige und hörte entzückt zu. Gespielt haben die anderen. Die beste Ausbildung, ein tadelloser Leumund und die Bekanntschaft mit dem Chefdirigenten Ernest Ansermet nützten nichts, Soutter musste gehen. Eine Zeit lang versuchte er sich als Fiedler in Kinos und Cafés, das Unglück sass ihm aber schon tief im Genick. Die Familie gab seine Insolvenz öffentlich bekannt, liess den verlorenen Sohn entmündigen und schob ihn in ein Asyl ab.
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