Wenn einer auf der ersten Seite eines Romans verkündet, er bereite sich aufs Sterben vor, und auf der letzten Seite immer noch lebt, dann ist dieses Sterben entweder eine langwierige Angelegenheit oder der verhinderte Tote ein Hochstapler. Im Fall von Nathan Glass trifft wohl Letzteres zu, denn bei Glass, 59, geschieden, frühpensionierter Versicherungsvertreter und Lungenkrebspatient, handelt es sich um den Protagonisten in «Die Brooklyn-Revue», dem neuen, dem zwölften Roman von Paul Auster.
Wer mit dem Werk des amerikanischen Schriftstellers ein wenig vertraut ist, wird wissen, wie unzuverlässig seine Erzähler zu sein pflegen, ja, wie fragwürdig in Austers Prosa die Erzählinstanz ...