Fast möchte man von den zwei Leben des Klavierspielers Murray Perahia sprechen. Ein jäher Unterbruch in der Karriere hing mit einem Unfall in den neunziger Jahren zusammen. Nach einer Infektion musste sich der Künstler einer komplizierten Operation unterziehen. Das führte zu einer längeren Konzertpause. Jetzt ist der 56-jährige Perahia wieder da – der gleiche wie vorher und doch gewandelt, vielleicht sogar (ich wage das Klischee) gereift. Ein wichtiges Indiz: die Annäherung an Franz Schubert, dessen Musik bisher in seinem romantischen Repertoire (Chopin, Schumann, Brahms) eher eine Nebenrolle spielte.
Murray Perahia ist ein Amerikaner mit sephardischen (spanisch-jüdischen) Wurzeln. ...