Es gibt erzählerische Vorhaben, auf die sich die meisten Autoren gar nicht erst einlassen, bergen sie doch derart viele Fallen, dass sie zum Scheitern verurteilt scheinen.Das Vorhaben, einen Roman über die russische Tanzlegende Rudolf Nurejew zu schreiben, gehört in diese Kategorie. Der 1965 in Dublin geborene und seit Jahren in der Stadt New York lebende Colum McCann hat dieses Risiko gewagt – und einen grossen, geradezu meisterhaften Roman geschrieben.
Wie nähert man sich einem Menschen, der hinter all den Facetten, die er der Welt von sich präsentiert hat, nahezu verschwunden ist? Wie verwandelt man eine Legende in einen Menschen aus Fleisch und Blut? Mit den Mitteln der Literatur ...