Weltwoche: Seit dem 11. September ist die Welt in Aufruhr. Haben die Terroranschläge die Rolle und die Arbeit des IKRK verändert?
Jakob Kellenberger: Nein, nicht entscheidend. Die Folgen des 11. September, nämlich der internationale bewaffnete Konflikt in Afghanistan, der den seit Jahren bestehenden internen Konflikt überlagert hat, hatten einen Einfluss auf das IKRK, dessen Aufgabe es ist, die Opfer bewaffneter Konflikte zu schützen und ihnen zu helfen. Die Terroranschläge vom 11. September an sich waren ein dramatischer Verstoss gegen alle humanitären Grundsätze, lassen sich aber nicht als internationaler oder interner bewaffneter Konflikt ins humanitäre Völkerrecht fassen.
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