Von Rudresh Mahanthappa, dem amerikanischen Altsaxofonisten indischer Herkunft, kommt das erstaunlichste Album seit langem. Einmal wegen der Qualität und Kohärenz seines Spiels und seiner vier Partner, unter denen zumal der Pianist Matt Mitchell eine veritable Entdeckung ist. Dann aber auch, weil die Affiche etwas ganz anderes erwarten lässt. «Bird Calls» ist nämlich keine Hommage an den grossen Charlie «Bird» Parker wie hundert andere. Mahanthappa buchstabiert nicht mit dem Zungenschlag des grossen Beboppers dessen wunderbare Erfindungen nach. Das wäre, wie viele von dessen stilistischen Nachfahren (allen voran Phil Woods) bewiesen haben, an sich schon ein anspruchsvolles Vergnüge ...