Es ist Mitte Dezember 2005. Angela Merkel war zum ersten Mal deutsche Kanzlerin geworden, und auf der Tagesordnung in Brüssel stand die europäische Finanzplanung 2007 bis 2013. Das geht gewöhnlich nach dem Motto: «Wer will noch was, wer hat noch nicht?»: Briten-Rabatt, Südsubventionen und Bonbons für die euroÂpäischen Zaungäste. Am Ende waren alle zufrieden, bloss Warschau meckerte, bis Merkel zähneknirschend nochmal hundert Millionen Euro nach Osten verschob, die für Ostdeutschland eingebucht waren. «Transferunion» ist keine Erfindung der aktuellen Euro-Krise.
Ablehnen, zaudern, zustimmen: Nach diesem Dreiklang funktioniert Merkels Europa-Strategie. Sie wird immer teurer, prin ...