Der Grossmeister der intellektuellen Polemik spricht mit dünner, nasaler Stimme. Seine Gedanken sind glasklar, die Formulierungen druckreif, bisweilen lakonisch knapp. «Die Wahrheit wird selten gerne gehört», wischt Samuel P. Huntington ohne hörbare Erregung die Kritik an seinem neusten Werk, «Who Are We?», beiseite. Mit 77 Jahren wollte es der Nestor unter Amerikas Politologen noch einmal wissen. Das Thema habe er schon lange mit sich herumgetragen, sagt er. Es sei nötig, dass die Debatte endlich offen geführt werde.
Worum geht es? Zehn Jahre nach seinem Jahrhundert-Essay «Kampf der Kulturen» sieht Huntington erneut eine Gefahr «von ungekanntem Ausmass» aufziehen. Nichts wenig ...