Moral kann – selten genug – amüsieren. Das zeigt und bekennt Martin Hecht in seinem thematischen Zweitling «Neue Deutsche Unsitten»: «Klipp und klar geht es um nicht weniger als um die Verbesserung des Menschengeschlechts.» Das «Deutsch» im Titel kann man also getrost streichen. Wenn Hecht sich über die «Schnatter-Kolumnen» im Magazin der Süddeutschen Zeitung auslässt, könnte er genauso das «gepflegte Alltagsgeseier» im Magazin des Tages-Anzeigers meinen. Gehupft wie geschrieben. Wo er dann doch explizit in der deutschen Befindlichkeit wühlt (etwa in seinen Psychogrammen von Johannes B. Kerner, Karl Lagerfeld, Wolfgang Schäuble), ist das immerhin eine kurzweilige Ablenku ...