Mittwoch - Die Lektüre auf der Zugfahrt von Zürich nach München bietet wenig Anlass zur Vorfreude. «Schlamasseldeutschland» (der Soziologe Ulrich Beck). «Das Land steht am Abgrund» (der Ökonom Hans-Werner Sinn). «Die schwerste Krise der Bundesrepublik seit ihrer Gründung» (der Politologe Dieter Oberndörfer). Besonders deprimierend: die nicht enden wollenden Berichte zur totalen Misere auf dem Arbeitsmarkt im Spiegel. «Würde man das Magazin jede Woche lesen», wird einem ein paar Tage später eine alleinerziehende Berlinerin beipflichten, «könnte man sich gleich einen Strick drehen.»
Selbst die Bevölkerungsgruppe, der gemeinhin ein Hang zu Unbeschwertheit und Optimismus zug ...