Berlin
Das Amt des deutschen Bundeslandwirtschaftsministers ist kein glamouröser Karriere-Job. Jahrzehntelang bekleideten ihn übergewichtige Bauernsöhne wie Josef Ertl und Karl-Heinz Funke, die sich als Verteidiger der Landwirtschaft verstanden, die Gesundheit des Schweinefleisches anpriesen und kaum eine Bratwurst verschmähten, die ihnen PR-tauglich vor die Nase gehalten wurde. Deshalb ist das öffentliche Interesse an der Entscheidung verständlich, Cem Özdemir, 56, zum neuen Landwirtschaftsminister zu machen. Er ist zwar ein Grüner, war von 2008 bis 2018 Co-Vorsitzender der Ökopartei, aber als studierter Diplomsozialpädagoge mit anatolischem Migrationshintergrund und s ...