Als 1989 der Ostblock zusammenbrach, glaubte man sich in einem neuen, freiheitlichen Zeitalter angelangt. Deutschland wurde wiedervereinigt, und auf den schnellen, dominoartigen Sturz der sozialistischen Regime folgte eine beispiellose Demokratisierungswelle, die selbst das kommunistische Kernland der Sowjetunion erfasste.
Ungeklärt bleibt aber, wie dieses momentane Geschichtsvakuum angefüllt beziehungsweise neu geordnet werden könnte. Die Vereinten Nationen stellen immerhin den Versuch einer universalen, freilich westlich geprägten Weltordnung dar. In der Irak-Frage wird der Uno eine geradezu heilstiftende Rolle angetragen. Wer aber in die rechtlichen und realpolitischen Innereien dies ...