In den neunziger Jahren war Benny Morris prominentes Aushängeschild der kritischen israelischen Linken. Er gehörte zu den Ersten, die den Militärdienst in der Westbank aus Protest gegen die Besatzungspolitik verweigerten. Weit über Israels Grenzen hinaus berühmt wurde der Historiker mit seiner Forschung über die Vertreibung der Palästinenser aus Palästina. Das Kernproblem des israelisch-arabischen Konflikts ging er zu einer Zeit, als die Wissenschaft noch dem Staat verpflichtet war, ohne Scheuklappen an. Jetzt provoziert der 56-jährige Morris erneut. Für eine soeben erschienene Überarbeitung seines Standardwerks «The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited» (Cambridge ...