Als die Deutsche Demokratische Republik vor inzwischen beinah 19 Jahren plötzlich und unerwartet implodierte, war dies das Ende der zweiten Diktatur auf deutschem Boden. Hatte das Dritte Reich «nur» zwölf Jahre gedauert, so brachte es die DDR auf immerhin vierzig Jahre. Für die «Ostdeutschen» waren das über fünfzig Jahre Leben in Unfreiheit.
Natürlich kann man die eine Diktatur mit der anderen nicht gleichsetzen, allenfalls vergleichen. Die NS-Herrschaft war kürzer, dafür intensiver, das DDR-Regime langlebiger und extensiver, das Ausmass der Partizipation, der Einbindung in das System, war wesentlich höher. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), im Volksmund «Stasi» gen ...