Kein Lächeln, kein Strahlen – unergründlich. Mit solcher Miene schritt die neue britische Premierministerin Theresa May in leuchtendem Kostüm die Ehrengarde auf dem Flughafen von Hangzhou ab. Am chinesischen Gipfeltreffen der G-20 zu Wochenbeginn hatte sie ihren ersten Auftritt vor den Grossen der Welt. Die Neue wollte sich vorstellen – und vor allem sondieren. Denn Theresa May ist eine begnadete Taktiererin. Sie weiss, dass ihr Land nach dem Brexit-Entscheid neue Allianzen schmieden muss, um mit möglichst vielen Staaten liberalisierte Handelsbeziehungen zu pflegen, etwa mit Kanada oder Australien. Denn Grossbritannien hat mit dem Brexit-Entscheid in den Augen vieler die EU ges ...