Die enteignete Schamanin
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Die enteignete Schamanin
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Die enteignete Schamanin

Sie war verhext attraktiv und künstlerisch unbeherrschbar, das hatte Folgen: Meret Oppenheim (1913–1985), die Schöpferin der «Pelztasse», wurde zur Surrealisten-Muse stilisiert. Der jugendliche Geniestreich wurde ihr zum Fluch. Von Daniele Muscionico und Arifé Aksoy (Illustration)
Das Mädchen, das Meret Oppenheim für diesen Abend ausgesucht hat, ist hübsch. Nicht so hübsch wie die Zeremonienmeisterin, die bei diesem «Frühlingsfest» das Zepter führt, das Haar millimeterkurz, die Kleidung extravagant. Sie hat, was sie trägt, zwar nicht selber entworfen wie üblicherweise, ein Cape, aus dessen Rückenteil der Schwanz einer Echse lugt, einen Pullover mit ­Taschen für die Brüste – kein Modehaus wollte ihre Entwürfe realisieren. Dabei hätte Meret das Geld dringend gebraucht. Ihr Look ist Unisex für ein drittes Geschlecht, doch mindestens vierzig Jahre zu früh. So lange wird es dauern, bis Jean Paul Gaultier an der Avantgardistin Mass nehmen wird und Modege ...
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