Schande, rufen die Weltgerechten. Den Friedensnobelpreis von 1991 darf der gefallene Darling behalten, aber sonst sind dieser zerbrechlichen, zauberhaft starken Widerstandsfrau, die verehrt wurde wie Nelson Mandela, die Ehrungen und Auszeichnungen in einer veritablen Niedergangskaskade weggenommen worden. Aung San Suu Kyi, 73, der bewunderte Friedensengel im militärischen Unrechtsstaat Myanmar, früher Burma, verwandelte sich im umgedrehten Handschuhverfahren in den verachteten Paria des Westens. Von der idealisierten «Botschafterin des Gewissens» (für Amnesty International) zur skrupellosen Verräterin demokratischer Ideale.
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