Als kürzlich die SP die Überwindung des Kapitalismus ins Parteiprogramm aufnahm, war das Sexualleben kein Thema. Noch im letzten Jahrhundert wäre dies ganz anders gewesen. Zur politischen Revolution gehörte auch die Revolution im Bett. Die strenge Sexualmoral wurde als bürgerliches Machtinstrument gesehen, dessen einziger Zweck darin besteht, das Proletariat unter Kontrolle zu halten.
Viele linke Intellektuelle gingen davon aus, dass «die Befreiung der Sexualität im Dienste der Revolution gesellschaftlich notwendig und wünschenswert sei», wie es die Herausgeber des neuen Buches «Die Linke und der Sex», Barbara Eder und Felix Wemheuer, in ihrem Vorwort formulieren. So erklärte z ...