Wer Guerino Mazzolas Naturgesetz der europäischen Musik verstehen will, kommt um ein wenig Rechnerei nicht herum. Zunächst muss man wissen, dass Johann Joseph Fux (siehe Haupttext) die zwölf Intervalle des europäischen Tonsystems in zwei gleich grosse Hälften teilte: kleine und grosse Sekunde, reine und übermässige Quarte sowie kleine und grosse Septime waren für ihn die sechs misstönenden («dissonanten») Intervalle – kleine und grosse Terz, Quinte, kleine und grosse Sexte und Oktave die sechs wohlklingenden («konsonanten»). Nun kann man Intervalle auch als Summe von Halbtönen betrachten; eine reine Quarte etwa besteht aus fünf, eine Oktave aus zwölf Halbtönen. In dieser D ...