Kunst kann nerven. Vor allem dann, wenn sie mit unübersehbarem Eifer nichts anderes sein will. Die in New York lebende iranische Videokünstlerin Shirin Neshat wollte mit ihrem ersten Spielfilm, «Women Without Men», genau das: aus einem brisanten Stoff bloss Kunst machen. Aber es hat sich gelohnt. 2009 erhielt sie in Venedig den Silbernen Löwen, und die Kritik ist auf den Knien. Es geht schliesslich um Frauenunterdrückung im Iran. Der Film erzählt nur leider nix, sondern reiht extrem stilisierte Szenen aneinander, die sich vor Kunstdoperei kaum bewegen und alle Mitspielerinnen wie Gebenedeite wirken lassen. Shirin Neshat hat der Vorlage (nach einem Roman von Shahrnush Parsipur) jede Le ...