Es geht doch – es geht: Man kann auch anspruchsvolle, wissenspralle Bücher schreiben, die zugleich farbig, unterhaltend, sogar spannend sind. Rüdiger Safranskis furios gelungene Schiller-Biografie, geradezu ein Musterbeispiel ihres Genres, ist ein Exempel dafür: Er erzählt das unglückliche Leben – die längste Zeit dieses so früh beendeten Schicksals –, die kärglich und mühselig verbrachte Existenz eines unserer Geistesheroen; und weil der Autor erzählen kann, ist man nicht nur ganz rasch im Banne des Genies, sondern bangt mit ihm, leidet mit ihm, teilt Denklust und Poesiewahn – Safranski, kühn genug, den Bogen seiner Schiller-Interpretation bis zu Sartre zu schlagen, macht ...