Die Begegnung mit einem Figurenensemble von Eva Aeppli ist eines meiner ersten und eindrücklichsten Erlebnisse mit zeitgenössischer Kunst. Statt des üblichen Kunstmuseumsbesuchs mit Picasso und Konrad Witz ging es an einem Sonntag vor rund 28 Jahren in eine stillgelegte Fabrik. Kunst in ehemaligen Industriehallen, in Basel war das damals ein Novum. Ein ebensolches Novum war – zumindest für mich – Eva Aepplis textile Figurengruppe, die auf dem staubigen Holzboden eine Präsenz entwickelte, die mich schaudern liess: Übergross und hager standen die Puppen dichtgedrängt. Sie trugen Gewänder aus schwarzem Samt, eine Art Talare. Fast wächsern kamen mir ihre ausdrucksstarken Gesichter m ...