Im Paris des 16. Jahrhunderts gehörte das Katzenverbrennen zu den grossen Volksbelustigungen. Dabei wurde eine Katze, die an einem Gerüst hing, langsam in die Flammen hinuntergelassen. Der Historiker Norman Davies schildert, wie die Zuschauer, unter ihnen Könige und Königinnen, sich johlend amüsierten, wenn die Katze unter Schmerzensgeheul erst versengt, dann geröstet wurde und schliesslich verkohlte. Heute wäre ein derart sadistisches Spektakel in den meisten Teilen der Welt undenkbar. Diese gewandelte Einstellung ist nur ein Beispiel für den wohl wichtigsten und am stärksten unterschätzten Trend der Menschheitsgeschichte: Die Gewalt nimmt ab. Heute leben wir wahrscheinlich in der ...