Käthi Zellweger ist ein guter Mensch. So sehr gut, dass man ins Grübeln gerät, ob die Frau nun weise oder eher naiv ist, um sich gleich danach etwas schäbig vorzukommen, überhaupt solche Gedanken gehabt zu haben. Seit sieben Jahren reist sie regelmässig in das Land des letzten existierenden stalinistischen Regimes, ins Schattenreich von Nordkorea. Dort herrscht der Diktator Kim Jong Il, Sohn des Diktators Kim Il Sung, «Himmelgeborener», «Sonne der Menschheit», ein kleiner Dicker mit Nigel-Kennedy-Frisur, Plateausohlen und grauem Blousonanzug, ein gefährlicher Freak, wie von einem bekifften Comic-Zeichner erdacht.
Dort herrscht aber auch seit langem chronische Hungersnot, und Käth ...