Die Lyrik ist eine verkannte literarische Gattung. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, sie sei eine Kunst, die ihrem Autor zufällt, aus dem Nichts, sozusagen ohne Arbeit. Dabei gilt auch für die Lyrik der bekannte Satz von Karl Valentin: «Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.» Kommt dazu, dass man dem Gedicht die Arbeit seiner Herstellung nicht anmerken darf. Nicht nur ist der Umstand, dass das Gedicht schön sein will, «seine Peinlichkeit, sein Skandal, der Dorn im Auge des regierenden Kunstbegriffs» (Peter von Matt), es muss auch noch die Mühe verleugnen, die es seinen Autor gekostet hat. Ein anderes Missverständnis: Lyrik sei ...