In Zeiten des Krieges häufen sich die Lügen, die den politischen Betrieb immer begleiten. Die Wahrheit, sagt man, sei das erste Opfer des Krieges: Der Angreifer stellt sich als Angegriffener dar, um den moralischen Vorteil der Verteidigung für sich in Anspruch nehmen zu können. Oder er macht für seinen Angriff Gründe geltend, die auf die Verteidigung eines Dritten hinauslaufen, so etwa die einer unterdrückten und ausgebeuteten Minderheit auf dem Territorium des angegriffenen Staates. Ernst Jünger hat in den zwanziger Jahren dem ehemaligen deutschen Reichskanzler Bethmann Hollweg vorgehalten, es sei eine Torheit gewesen, im August 1914 beim Einfall deutscher Truppen nach Belgien die a ...