Der französische Philosoph Jean Baudrillard, der dieses Jahr verstarb, aktivierte den Begriff der Verführung als zentral, um die postmodernde Welt zu verstehen. Eine seiner Thesen: Die Menschen in der Postmoderne sind klugen Argumenten und der Rationalität nur sehr bedingt zugänglich. Sie wollen verführt werden. Werbung bezeichnete Baudrillard als «lasche Verführung». Echte Verführung war für ihn «eine Herausforderung, eine rätselhafte und geheimnisvolle dual/duellhafte Beziehung, deren Regeln unausgesprochen bleiben und die gerade deshalb verführerisch sind».
Verführung spielt mit den Wünschen. Unsere Gegenwart kennt zwei Wünsche, die sich noch widersprechen. Zum einen der ...