Friedrich Dürrenmatt ist nicht gerade als Lyriker bekannt. Gerade deshalb verraten die wenigen Gedichte, die er sozusagen im Geheimen schrieb, mehr Persönliches als das meiste, was auf Umwegen, aus Distanz entstanden ist. Eines der schönsten befasst sich mit seiner Kunst. Darin stehen diese merkwürdigen Zeilen: «Das Mögliche ist ungeheuer. Die Sucht nach Perfektion / zerstört das meiste. Was bleibt sind Splitter / an denen sinnlos gefeilt wurde.» Und: «Alles lässt sich besser schreiben / Darum lass die schlechtere Fassung stehn. / Nur beim Weitergehen kommst du irgendwohin / wohin? / Fern von dir.» Endlich: «Nichts ist notwendig. Das Spiel / kann jederzeit abgebrochen werden.»
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