Als Reinhard Mohn im Januar 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft ins westfälische Gütersloh zurückkehrte, war die Legende schon gestrickt; Bertelsmann sei während der Naziherrschaft ein Widerstandsverlag gewesen. Im Mai, nur 24 Stunden nach der Kapitulation, erzählte der leitende Bertelsmann-Mitarbeiter Fritz Wixforth einer nichts ahnenden Militärverwaltung: «Als einer der grössten deutschen Buchverlage habe ich es vermieden, irgendwelche nationalsozialistische Literatur zu verlegen, und wurde deshalb vom Reichspropagandaministerium besonders kritisch überwacht.» Drei Wochen später rückte Wixforth in einem Schreiben an die Alliierte Militärregierung in Wiedenbrück auch ...